
Vita
Benjamin Lyko - Countertenor
Mit kristallklarer Stimme, verblüffender Virtuosität und einem feinen Gespür für facettenreiche Dynamik hat sich Benjamin Lyko als einer der spannendsten Countertenöre seiner Generation etabliert.
Sein diesjähriges Debüt als Nerone in Claudio Monteverdis L'incoronazione di Poppea am Staatstheater Darmstadt markiert einen weiteren Höhepunkt einer bereits vielseitigen Bühnenkarriere. Zu seinen jüngsten szenischen Erfolgen zählen die Titelpartie in Francesco Cavallis Il Giasone am Theater Münster sowie die Partie des Oreste in Francesca Caccinis La Liberazione di Ruggiero am Theater an der Wien. Mit großer darstellerischer Hingabe verkörperte er bedeutende Partien seines Fachs – und das in bemerkenswerter stimmlicher Bandbreite: vom dramatisch-tiefen Polinesso in Händels Ariodante über den jugendlich-aufbegehrenden Sesto in Giulio Cesare bis zum hohen lyrischen Titelhelden in Xerxes. Benjamin Lyko arbeitete mit Regisseur*innen wie Ilaria Lanzino, Michiel Dijkema, Tom Ryser und Jacopo Spirei.
Als gefragter Konzertsänger ist Benjamin Lyko regelmäßig auf den Bühnen bedeutender Konzerthäuser und als gern gesehener Gast bei renommierten Festivals zu erleben. In dieser Saison sang er die Altpartie in Händels Messiah mit dem Sinfonieorchester Wuppertal in der historischen Stadthalle. Festivals wie die Innsbrucker Festwochen, Vielklang Tübingen und der Winter in Schwetzingen luden ihn wiederholt ein. Beim Winter in Schwetzingen begeisterte er mit dem Ensemble e.g.baroque unter der Leitung von Clemens Flick sowohl mit virtuosen Kastraten-Arien als auch mit dem frühbarocken Liederzyklus Liebesgesänge von David Pohle. Mit der Weltersteinspielung der Liebesgesänge beim Label Audite ist das Werk nun auch auf Tonträger verewigt.
„Der Star des Abends war Countertenor Benjamin Lyko, der das Publikum zu Beifallsstürmen hinriss." „Absolute Stille im Publikum, wenn Lyko seine Spitzentöne im Pianissimo ansetzte, sie immer höher hinauf schraubte." (Schwäbisches Tagblatt) Benjamin Lyko agierte „kraftvoll in allen Tonlagen" und beherrscht „neben leidenschaftlichem Ausdruck auch das andere Extrem: [...] Obwohl er manche Worte kaum mehr als hauchte, waren die dabei ausgedrückten Emotionen ebenso spürbar." (Die Rheinpfalz) Benjamin Lyko sang mit „großer emotionaler Energie" und „brillierte mit verblüffender Koloraturen-Virtuosität". (RNZ)
Sein Repertoire umfasst die großen Altpartien der Oratorien von J. S. Bach und G. F. Händel ebenso wie Raritäten des Früh- und Hochbarock – ohne dabei den Bezug zu zeitgenössischen Kunstformen zu verlieren: Don Giovanni in der Unterwelt und Out of this world! beim toy piano festival Hamburg sind beide eigens für ihn komponierte Uraufführungen.
Benjamin Lyko, geboren und aufgewachsen in der Niederlausitz, studierte Gesang an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler" Berlin bei Prof. Renate Faltin und KS Magdaléna Hajóssyová.